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Welche Erkrankungen können behandelt werden?

Bisher behandeln wir mit der Goldakupunktur vor allem chronische Gelenkbeschwerden, die für den Hund sehr schmerzhaft sind und zu einer starken Bewegungseinschränkung führen. Gleiches gilt prinzipiell für jedes andere Tier, vor allem auch für das Pferd.

Der häufigsten Grund für eine Goldakupunktur ist die Diagnose Hüftgelenksdysplasie. Aber auch Ellbogendysplasie, Arthrosen von Hüfte, Knie, Spunggelenk, Schulter und Ellenbogen, sowie eine Verknöcherung der Wirbelsäule (Spondylose), können behandelt werden; beim Pferd z.B. auch die “Hufrolle”. Ebenso haben wir gute Erfolge bei der Behandlung des Wobbler-Syndroms erzielt.

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Was kann mit Goldakupunktur erreicht werden?

Diese besondere Therapieform ist keine reine Schmerztherapie in dem Sinne, dass nur der Schmerz genommen wird wie z.B. mit einem konventionellen Schmerzmittel. Durch die besondere Einwirkung über den Akupunkturpunkt wird der Stoffwechsel des erkrankten Gelenkes verbessert. Folge ist tatsächlich eine Schmerzlinderung oder –befreiung, die aber nicht durch Ausschaltung der Schmerzweiterleitung entsteht, sondern in der Ausschaltung der Schmerzursache.

Ist die Therapie erfolgreich, stellt sich nicht nur eine insgesamt bessere Beweglichkeit ein, sondern der Hund wird deutlich munterer: Lebensqualität und Lebensfreude nehmen zu.

Durch die Goldakupunktur werden die Veränderungen an den Gelenken (z.B. im Röntgenbild sichtbare Arthrosen) nicht beseitigt, was auch durch andere, konventionelle, Methoden nicht erreicht werden kann. Trotzdem kommt es zu einer besseren Beweglichkeit. In den meisten Fällen ist schon nach kurzer Zeit keine Medikamentengabe mehr nötig, in wenigen Fällen kann die Dosis zumindest stark verringert werden.

Natürlich gibt es auch Fälle, bei denen die  Goldakupunktur nicht hilft, diese Zahl liegt jedoch bisher bei unter 5%.

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Wie lange wirkt die Goldakupunktur?

Diese Therapie ist ein einmaliger Eingriff. Nach den bisherigen Erfahrungen mit dieser Methode (seit 1989) wirkt die Goldakupunktur ein Hundeleben lang. Voraussetzung ist ein vernünftiger Umgang mit dem Tier in dem Bewußtsein, dass ja weiter geschädigte Gelenke vorhanden sind, der Organismus aber gelernt hat, mit dem Problem besser umzugehen.

Durch Röntgen-Kontroll-Aufnahmen ist festgestellt worden, dass das Gold im Körper nicht wandert und sich auch nicht “verbraucht”.

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Welche Nebenwirkungen gibt es?

Im Gegensatz zu anderen Verfahren, ein Gelenk möglichst schmerzfrei zu machen, sind bei der Goldakupunktur bisher keinerlei Nebenwirkungen aufgetreten.

Selbst eine Nachsorge, wie bei allen konventionellen Operationen, ist nicht nötig. Es bleibt nicht einmal eine Narbe zurück.

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Welche Risiken bestehen?

Die Risiken sind bei sachkundiger Ausführung sehr gering. Um das Gold an die Akupunktur-Punkte zu bringen, ist i.d.R. keine Vollnarkose nötig. Der Hund erhält lediglich eine starke Beruhigungsspritze, die auch alte Hunde sehr gut vertragen und die zudem mit einem Gegenmittel wieder aufgehoben werden kann.

Würde das Gold direkt in das Gelenk verbracht, könnte der Hund wegen noch größerer Schmerzen nicht mehr laufen. Bisher ist weltweit allerdings kein solcher Fall bekannt geworden.

Damit es nicht zu diesen Komplikationen kommt, ist es erforderlich, dass die Goldakupunktur auch nur von solchen Tierärzten durchgeführt wird, die über eine jahrelange Akupunktur-Erfahrung verfügen, wenn nicht, dann zumindest über eine fundierte Spezialausbildung. Die reine Technik zu erlernen ist nicht allzu schwierig, die gekonnte Anwendung im individuellen Fall verlangt dagegen solide Hintergrundkenntnisse.

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Was ist, wenn Goldakupunktur nicht den erwünschten Erfolg hat?

In diesen sehr seltenen Fällen behindern die Goldstücke eine andere Therapie nicht, weder eine naturheilkundliche, noch eine medikamentöse oder chirurgische. Aber auch in den wenigen Fällen, wo die Beweglichkeit nicht deutlich gebessert wurde, stellten die Tierbesitzer doch ein besseres Allgemeinbefinden fest. Es wird zwar lokal behandelt, aber die Wirkung erstreckt sich auf den gesamten Körper im Sinne einer Ganzheitlichen Therapie - sofern diese Maßnahme nicht nur unter chirurgischen Aspekten, sondern entsprechend den Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin erfolgt.

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Wie wird die GOLDAKUPUNKTUR durchgeführt?

Durch eine konventioenelle Untersuchung wird festgestellt, welche Gelenke verändert sind bzw. weche Zusammenhänge das Schmerzgeschehen auslösen. Da es sich um eine Ganzkörperwirkung handelt, müssen nicht zwingend alle betroffenen Gelenke "vergoldet" werden.

Anschließend erhält der Hund - nach einer Herz-Kreislauf-Kontrolle - die Beruhigungsspritze. Wenn der Hund schläft, wird die Haut über den jeweiligen Akupunktur-Arealen rasiert, gewaschen und desinfiziert.

Nun wird eine dicke Hohlnadel in die ausgewählten Akupunktur-Punkte verbracht. Mit einer Pinzette wird dann die entsprechende Anzahl Goldstückchen (ca. 3 mm lang und 1 mm dick) in die Kanüle platziert und mit einem Stift in die Tiefe geschoben.

Sind alle vorgesehenen Punkte auf diese Art behandelt, wird abschließend bei Bedarf eine Röntgenaufnahme angefertigt, um den richtigen Sitz der Goldstückchen zu überprüfen.

(Roentgenbilder)

Wenn der Hundebesitzer es wünscht oder wenn das Tier es benötigt, erhält es nun die “Gegenspritze” und ist nach kurzer Zeit wieder wach.

Auf diese Art können in einer Sitzung alle betroffenen Gelenke behandelt werden.

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Was unterscheidet GOLDAKUPUNKTUR und GOLDIMPLANTATION?

In beiden Fällen wird Gold implantiert. Die "Erfinder" der Methode, die Tierärzte Grady Young und Terry Durkes, hatten in langen Jahren Akupunkturerfahrung nach einer Methode gesucht, die bei chronischen Erkrankungen immer wieder notwendigen Behandlungen durch eine Dauerakupunktur zu ersetzen. Das brachte sie auf die Idee, statt in mehr oder weniger großen Zeitabständen eine Nadel in den Akupunkturpunkt zu stechen, etwas an den AP-Punkt zu legen, was immer wieder den Reizeffekt auslösen würde. Sie kamen auf Gold, weil dieses Edelmetall am wenigsten Reaktionen mit Körpergeweben aufweist, relativ leicht zu beschaffen und gut zu verarbeiten ist.

Die GOLDIMPLANTATION (GI) ist aus der traditionellen Akupunktur heraus entstanden. Wie sie genau wirkt, wissen wir nicht. Es gibt ("wissenschaftliche") Erklärungsversuche, aber vermutlich entwickelt jeder ernsthafte Anwender, je nach Forschungsdrang und Erfahrung, seine eigene Theorie. Die GI kann, zumindest zeitweilig, auch wirken, wenn sie garnichts mit Akupunktur zu tun hat.

Das machen sich einige Anwender zunutze und implantieren Goldstückchen nach Gutdünken. Die Technik ist leicht erlernbar, das kann jeder leidlich geschickte Chirurg. Es ist aber ähnlich wie in der Homöopathie: wer ein homöopathisches Mittel abgibt, macht noch keine Homöopathie. Wenn das Mittel wirkt, hat er möglicherweise nur im Sinne einer “bewährten Indikation” (also einer bekannt guten Wirkung bei einem speziellen Krankheitsbild) das richtige Mittel gewählt. Wer Goldstückchen implantiert, macht noch keine (Gold-)Akupunktur.

Deshalb ist es notwendig, wenn schon keine vorhergehende Erfahrung mit Akupunktur und Traditioneller Chinesischer Medizin vorhanden ist, zumindest fundierte Grundkenntnisse der übergreifenden Zusammenhänge zu erlernen. Akupunktur, wie Homöopathie, ist ein sehr komplexes System, in sich zwar geschlossen von der Diagnose bis zur Therapie, aber durchaus offen, um im Rahmen einer wirklich ganzheitlichen Therapie mit anderen Methoden kombiniert zu werden.

Wenn wir den Begriff Goldakupunktur benutzen, möchten wir unterstreichen, dass es sich um eine Spezialform der Traditionellen Akupunktur handelt, eingebettet in ein ganzheitliches Konzept, und wir damit in der Tradition der ersten Anwender stehen: das waren erfahrene Akupunkteure, die durch die Goldimplantation ihr Spektrum erweiterten.

Zur weiteren Begriffsklärung ein Artikel des Kollegen Erhard Schulze  hier

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